In Deutschland geht die Post ab: Sorgen kommen als Expresslieferung, Ärger frei Haus, Hoffnung nur noch per Nachnahme. Und während sich die schlechten Nachrichten überschlagen, wird allerorten empfohlen, einfach auf das eigene Bauchgefühl zu hören.
Philipp Weber hält davon herzlich wenig. Schließlich hat der Bauch keine Gefühle, sondern angesichts des politischen Weltgeschehens allenfalls eine schmerzhafte Gastritis. Und wenn die Eingeweide am Wahlsonntag plötzlich zur Wahl von Extremisten raten, könnte das schlicht an Blähungen liegen.
Denn Gefühle entstehen nicht im Bauch, sondern im Gehirn. Dort allerdings geraten Emotionen und Verstand regelmäßig aneinander. Webers ebenso einfache wie anspruchsvolle Erkenntnis: Wer vernünftig denken möchte, muss erst einmal lernen, vernünftig zu fühlen.
Mit dieser Erkenntnis im Gepäck macht sich der Kabarettist auf den Weg zum titelgebenden Gipfel der Frechheit. Wo andere Angst verbreiten, setzt er auf Zuversicht. Dem Zorn begegnet er mit Gelassenheit, der Hetze mit Versöhnung – und der allgemeinen Weltuntergangsstimmung mit einer ordentlichen Portion Humor.
Dabei geht es Weber keineswegs darum, die Probleme unserer Zeit kleinzureden. Vielmehr zeigt er, wie befreiend es sein kann, ihnen mit klarem Kopf und einem herzhaften Lachen zu begegnen. Denn manchmal lacht man nicht, weil alles gut ist, sondern weil es anders kaum auszuhalten wäre.